Hallo, mein Name ist Jakob

Bild: Jakob mit dem monsterle Therapie-Tagebuch

Im August 2016 bekam ich die Diagnose AML Translokation t10, t11. Danach war einfach nichts mehr wie es war. Für meine Familie und mich fing nun eine lange Zeit im Krankenhaus an. Ich hatte viele Chemoblöcke und konnte nicht mehr in den Kindergarten gehen. Schnell war klar, damit ich wieder gesund werden kann, müssen die Ärzte schnell einen passenden Spender für mich finden. In dieser langen Zeit habe ich meinen Zwillingsbruder oft sehr vermisst. Ich konnte mich noch gut daran erinnern, als ich noch zuhause war, da habe ich oft mit Anton zusammen Traktor gespielt. Aber jetzt, jetzt war ich oft im Krankenhaus und Anton fast 100 km weit weg in unserem Zuhause.

 

Mama und Papa wechselten sich immer ab, damit immer jemand bei Anton war und natürlich auch jemand bei mir im Krankenhaus. Als endlich die gute Nachricht kam, dass es einen passenden Spender für mich gibt, ging alles schnell und ich zog im Dezember 2016 mit Sack und Pack und einer Menge Angst, Vorfreude und viel Hoffnung auf der Station Schatzinsel ein.

 

Hier hat Mama von einer Krankenschwester auf der Station das monsterle-Tagebuch bekommen. Natürlich wollte ich auch wissen was es mit diesem monsterle-Tagebuch auf sich hat. Mama hat es mir dann gleich erklärt: ein Gefühlstagebuch. Hier durfte ich ab da jeden Tag, immer Morgens, Mittags  und Abends, Aufkleber einkleben, so, wie ich mich fühle. Das finde ich echt super.

 

Mama hat mich dann immer gefragt wie es mir so geht und was in mein Tagebuch geschrieben. Dann hab ich das passende Monster ausgesucht und eingeklebt. Das war schön. So hatten wir jeden Tag schon mal eine kleine Aufgabe, und ich hab mich gefreut, wenn viele Gute-Laune-Monster in meinem Buch waren. Wenn Papa dann wieder nach ein paar Tagen kam und sich mit Mama abgewechselt hatte, hat er sich oft gleich das Buch geschnappt und in Ruhe gelesen, was bei uns die letzten Tag im Krankenhaus so los war und wie ich mich so gefühlt hatte. Dann hat Papa mit mir in den nächsten Tagen das Tagebuch befüllt. Wenn Mama dann wieder kam, hat sie auch gern in dem Buch gelesen damit sie genau sehen konnte, was bei Papa und mir die letzten Tage passiert war. Manchmal kam auch jemand anders von meinen Lieben zu Besuch, denen haben wir dann auch mein Tagebuch gezeigt, also wussten sie dann auch Bescheid.

Feedback aus Kassel

Ines Klimpel vom Klinikum Kassel hat uns eine nette Rückmeldung geschickt, die wir hier veröffentlichen dürfen. Sie ist mit der pflegefachlichen Leitung der Station F71 im Zentrum für Frauen- und Kindermedizin betraut und schreibt uns folgende Zeilen:

 

Hallo liebes monsterle Orga Team!
 
Ich habe einem jungen Patienten(6J) das Monstertagebuch gegeben. Erst war Abwehr, warum soll ich was schreiben. Doch die Stimmung und Freude wurde spürbar, als die Entdeckungsreise durch die Monster in sein Blickfeld geraten sind.
In den nächsten Tagen wurde ich immer begüßt , mit den Worten „Die Monster sind wieder unterwegs“. Das Strahlen der Augen war riesig und die Stimmung des Patienten deutlich gelockerter.
Macht weiter so. Monster können Mut zusprechen und voranbringen.
Herzlichen Dank.